Eisenbahn nach Tibet

Eisenbahn nach Lhasa TibetDer erste Zug nach Tibet über die neue Bahnstrecke rollte um 21.30 Uhr aus dem Bahnhof in Peking in Richtung Lhasa. Die Fahrgäste im Zug mit der Nummer T27/8 verließen den Pekinger Westbahnhof pünktlich, für ihre zwei Tage dauernde Zugfahrt nach Lhasa im Tibet. Rund 48 Stunden später fuhr der Zug im neu gebauten Bahnhof von Lhasa ein, die erste Eisenbahn aus dem Osten Chinas, die Lhasa und das Dach der Welt erreicht.

Die neue Zugverbindung nach Lhasa ist neben dem gigantischen Drei-Schluchten-Damm am Yangtse-Fluss, ein weiteres Großprojekt Chinas, dass mit rund 3,3 Milliarden Euro ebenfalls große Haushaltsmittel verschlingt. Die neuen Zugverbindung haben über hunderttausend Arbeiter in rund fünf Jahren Bauzeit auf den oft schwierigen Grund in Tibets Hochland befestigt. Die Gleise der neuen Eisenbahnverbindung liegen teilweise in sehr schwierig zu bearbeitenden Böden und in unzäligen Tunneln.

Die wegen ihrer Lage auf chinesisch "Himmelsbahn" getaufte Eisenbahn nach Lhasa Tibet ist die weltweit höchste Eisenbahnstrecke. Wegen der dünnen Luft im tibetischen Hochland führen alle Waggons Atemmasken mit, um Passagieren bei Atemnot schnell helfen zu können.

Geschicht der tibetischen Eisenbahn

Bereits Mao Zedong hatte während seiner Terrorherrschaft davon geträumt, den Tibet mit einer Eisenbahnstrecke näher an die übrigen Regionen Chinas heranzubringen. Zunächst hatte dies wohl vor allem militärische Gründe, denn erst 1950 war die Rote Armee im Tibet einmarschiert, um eine Abspaltung des Gebiet zu verhindern, die vor allem von Großbrittanien betrieben wurde. Der Bau einer Eisenbahn wurde während der Zeit des Mao-Terrors jedoch nie erreicht.

Die Nachfolger Mao Zedongs jedoch haben den Bau der Tibeteisenbahn nun erreicht. Und dabei mussten zahlreich technische Probleme gelöst werden, auch wenn Kritiker darauf hinweisen, dass diese Probleme bisher nicht wirklich gelöst sind. Die tibetische Eisenbahn führt auf Teilabschnitten durch Erdbebengebiete, wodurch die Eisenbahngleise leicht beschädigt werden könnten.

Technik der Bahnstrecke nach Tibet

Auf dem Bauabschnitt zwischen Golmud und Lhasa ein großer Teil der Bahntrasse auf über 4000 Meter Höhe über dem Meeresspiegel, und der höchste Pass ist sogar rund 5072 Metern hoch. Hier wird die Luft für viele Fahrgäste extrem dünn, weswegen in der Tibetbahn immer ein Arzt mitfährt und es zahlreiche Atemgeräte für die Passagiere gibt.

Teile der Bahnschienen sind außerdem auf Permafrostböden verlegt, die jedoch im Sommer gelegentlich auch antauen können. Würden diese Böden zu stark auftauen, etwa aufgrund von Klimaschwankungen, dann könnten die dort verankerten Bahnschinen leicht ins rutschen geraten und die gesammte Bahntrasse stark beschädigen.

Die Bahnstrecke nach Tibet erfreut sich in China jedoch bereit heute einer großen Popularität, wobei vor allem junge und gut gebildete Chinesen die günstige Reisemöglichkeit nutzen, um so einmal das sagenumwobene Hochland von Tibet besuchen zu können. Für Reisegäste aus dem Ausland ist die Zugfahrt bisher jedoch nicht möglich, denn diese benötigen weiterhin ein spezielles Gruppenvisum für eine Tibetreise.